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Monday, May 6th 2019, 8:24am

Pressefreiheit: Sechs Brennpunkte




Medien
In Malta ist der Mord an einer Journalistin ungeklärt, in Russland der freie Internet-Zugang schwierig.
Von Lena Klimkeit und Denis Düttmann




02. Mai 2019

18:30 Uhr










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Die Pressefreiheit ist weltweit bedroht. In Malta ist der Mord an einer Investigativjournalistin immer noch nicht aufgeklärt, in Russland der freie Zugang zum Internet zunehmend schwierig. Von China ganz zu schweigen. Der Internationale Tag der Pressefreiheit am 3. Mai erinnert daran, dass Journalistinnen und Journalisten in vielen Ländern in ihrer Berichterstattung eingeschränkt sind. Eine Auswahl: MALTA: Ein Attentat veränderte alles Die Mittelmeerinsel ist seit dem Attentat auf Daphne Caruana Galizia zum Symbol für die Bedrohung der Pressefreiheit innerhalb der EU geworden. Im Oktober 2017 wurde die Journalistin in ihrem Auto in die Luft gesprengt - auch eineinhalb Jahre später ist der Mord noch nicht aufgeklärt. In der Rangliste der Pressefreiheit liegt Malta mittlerweile auf Platz 77 – 2017 stand das Land noch auf Platz 47. Caruana Galizia deckte Skandale auf, mit Recherchen über Korruption und Geldwäsche brachte sie auch maltesische Regierungsvertreter in Bedrängnis. SLOWAKEI: Reportage löste Demonstrationen aus Der Mord am Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten am 21. Februar 2018 ist bis heute der größte Schock nicht nur für die slowakische Medienszene geblieben. Das Verbrechen hat die gesamte Politik und Gesellschaft des Landes erschüttert. Die posthum veröffentlichte letzte Reportage Kuciaks über mutmaßliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu Regierungsmitarbeitern löste Demonstrationen Zehntausender gegen Korruption aus. USA: Nur noch auf Platz 48 der Rangliste Journalisten haben in den USA noch immer Zugang zu den Regierungsbehörden und zum Präsidenten selbst. Einzelne Reporter, auch von ihm nicht gewogenen Publikationen wie der „New York Times“, ruft Donald Trump auf dem Handy an. Dennoch nehmen die Klagen zu. Vereinzelt hat es gewaltsame Übergriffe fanatischer Trump-Anhänger gegeben. Auch die Zahl der offiziellen Briefings im Weißen Haus hat stark nachgelassen. Reporter ohne Grenzen sieht die USA nur noch auf Platz 48 der Rangliste – knapp hinter Rumänien. RUSSLAND: Überfälle, Prozesse, Mordanschläge Die wenigen unabhängigen Medien beklagen seit Jahren, dass der Druck vor allem auf investigative Journalisten weiter zunehme. Inhaftierungen, Überfälle mit schweren Körperverletzungen, Gerichtsprozesse und schlimmstenfalls auch Mordanschläge - die Gefahren für kritische Reporter sind groß. Dagegen kontrollieren oft dem Kreml gegenüber loyal eingestellte Oligarchen einen Großteil der Massenmedien. Vor allem das Fernsehen ist oft gleichgeschaltet. Auf Platz 149 von 180 sieht ROG das Land. Zunehmend Sorgen bereitet vielen Menschen, dass der freie Zugang zu Informationen im Internet weiter eingeschränkt wird. CHINA: Die „große Firewall“ blockt fast alles Es gibt nur wenige Länder, in denen es um die Pressefreiheit noch schlechter bestellt ist als in China. Die chinesischen Medien sind staatlich kontrolliert. Bei vielen Themen darf nur die Version der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verbreitet werden. Täglich gibt es Anweisungen, wie mit Ereignissen umgegangen werden muss. Dutzende Journalisten, Blogger oder „Bürgerjournalisten“ sind in Haft. Auch das Internet wird streng überwacht und zensiert. Es gilt praktisch als chinesisches Intranet. Die „große Firewall“ blockt nicht nur chinakritische Webseiten und viele ausländische Zeitungen, sondern auch soziale Netzwerke wie Twitter, oder YouTube - und selbst Google. Eigene soziale Medien wie WeChat und Weibo werden streng zensiert. Auf der Rangliste steht China auf Platz 177. KUBA: Kommunistische Partei kontrolliert alles Nirgendwo in Lateinamerika steht es laut Reporter ohne Grenzen so schlecht um die Pressefreiheit wie auf der sozialistischen Karibikinsel. Alle offiziellen Medien werden von der Kommunistischen Partei kontrolliert. Eine kritische Berichterstattung über die autoritäre Regierung findet in den Staatsmedien nicht statt. Regierungskritische Journalisten veröffentlichen ihre Beiträge zumeist in Blogs im Internet. Zumindest haben jetzt immer mehr Kubaner Zugang zum Internet, nachdem die Regierung Internetanschlüsse für Privatleute erlaubt und den Aufbau eines mobilen Internets angestoßen hat. Kuba liegt auf Platz 169.