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Monday, May 6th 2019, 7:54am

Altersarmut - Land will mehr Wohnungen für Senioren schaffen

Die Landesregierung will für Senioren mehr barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Künftig müssen bei Neubauten mit mehr als vier Wohnungen alle Wohnungen barrierefrei sein. Bislang war dies nur für die Wohnungen in einem Geschoss erforderlich. Weiterhin gilt: Ein Haus mit mehr als vier Etagen muss einen Aufzug haben. Bei weniger Stockwerken muss es eine Möglichkeit zur Nachrüstung geben. „Das sind wichtige Meilensteine, die helfen, auch im Alter so lange und so weit wie möglich selbstbestimmt zu bleiben“, sagte Bauminister Olaf Lies SPD. Der Wohnungswirtschaft sei es gemeinsam mit den Verbänden für Menschen mit Behinderungen gelungen, einen Vorschlag zur Änderung der Bauvorschriften zu machen, der darauf abziele, mehr barrierefreien, komfortablen, aber dennoch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zur Not muss ein Fahrstuhl rein Nach der neuen Bauordnung muss jede achte Wohnung eines Neubaus auch rollstuhlgerecht sein. Lassen sich diese Wohnungen nicht ohne Aufzüge erreichen, müssen sie eingebaut werden. Außerdem wurde die barrierefreie Gestaltung von Balkonen und Terrassen und die Schaffung von barrierefreien Parkplätzen im Gesetz geregelt. Laut Bauministerium ist jeder vierte Seniorenhaushalt in Niedersachsen von einer zu hohen Mietbelastung betroffen und gibt über 40  Prozent seines Haushaltseinkommens für Wohnen aus. Das gelte vor allem für das Hamburger Umland und das westliche Niedersachsen. Aufgrund der hohen Mietbelastung und der relativ geringen Haushaltseinkommen seien viele Senioren auf Wohngeld angewiesen. Knapp die Hälfte aller Wohngeldhaushalte in Deutschland entfalle auf Senioren. Ein Drittel der über 65-Jährigen lebt allein Nach Angaben des Ministeriums sind rund ein Drittel der kleinen Haushalte in Niedersachsen bereits Seniorenhaushalte, in denen ein oder zwei Personen leben. Ein Drittel aller Personen, die 65 Jahre oder älter seien, lebe sogar allein. „Um sich auch im hohen Alter noch eigenständig versorgen zu können, gewinnt eine barrierearme Ausstattung zunehmend an Bedeutung“, sagte Lies. Auch eine altersgerechte Gestaltung der Angebote der öffentlichen Daseinsvorsorge sei erforderlich, um Senioren die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs oder einen Arztbesuch zu ermöglichen. Das Ministerium betonte, dass aktuell rund 20 Prozent der Einwohner Niedersachsens 65 Jahre und älter seien. Bis zum Jahr 2035 wird die Zahl deutlich ansteigen. In der Folge werde auch die Zahl der kleinen Seniorenhaushalte bis 2035 insgesamt um ein Drittel zunehmen. 15,3 Millionen Euro für Altenwohnungen Lies betonte, dass die Landesregierung den Bau von sozialem Wohnraum mit 400 Millionen Euro zusätzlich fördert. Auch die Städtebauförderung erreiche mit 122 Millionen Euro in diesem Jahr eine Rekordsumme. Den Bau von Wohnungen für Senioren, Behinderte und Pflegebedürftige habe das Land im vergangenen Jahr mit 15,3 Millionen Euro unterstützt. Von Marco Seng